Machen wir uns nichts vor: Camping ist heute nicht mehr so günstig wie früher.
Die Zeiten, in denen man für ein paar Mark auf dem Campingplatz stand und alles andere fast gratis war, sind vorbei. Das liegt zum Teil an der generellen Teuerung, aber auch daran, dass Campingplätze viel besser ausgestattet sind als früher. Viele bieten Annehmlichkeiten wie ein Hotel mit Poolanlage, Animationsprogramm, Privatbädern, Sportkursen und vielem mehr.
Und trotzdem sage ich ganz klar: Camping kann auch heute noch eine richtig günstige Urlaubsform sein – vor allem für Familien.
Nicht automatisch, nicht ohne Planung, aber mit den richtigen Entscheidungen. Gerade wenn ihr mit kleinen Kindern reist (die noch nicht in der Schule sind) und noch nicht jahrelange Campingerfahrung habt, könnt ihr beim Reisen low-budget enorm viel sparen, ohne auf schöne Erlebnisse zu verzichten.
Wir campen selbst als Familie und ich habe die Entwicklung mitbekommen von Camping als Nischen-Urlaubsform hin zu einer Massenbewegung. Damit verbunden war neben den verbesserten und ausgebauten Angeboten aber auch der Nachteil, dass es immer teurer wurde.
In diesem Artikel zeige ich euch ganz praktisch, wie günstig Camping mit Kindern funktionieren kann. Ehrlich, alltagstauglich und ohne unrealistische Sparmärchen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Camping mit Kindern ideal fürs Reisen low-budget ist
- Der größte Sparhebel: Reisen in der Nebensaison
- Günstige Campingplätze finden
- Kostenlose und sehr günstige Stellplätze gezielt nutzen
- Essen im Urlaub: Hier entscheidet sich das Budget
- Familienrabatte und Campingcards nutzen
- Campingausrüstung: Weniger kaufen, klüger packen
- Die Anreise clever planen
- Fazit: Reisen low-budget mit Kindern ist machbar
- Reisen low budget mit Kindern – alle Spartipps auf einen Blick
- Hilfreiche Bücher für preisbewusste Campingreisen
Warum Camping mit Kindern ideal fürs Reisen low-budget ist
Camping passt erstaunlich gut zum Familienleben – besonders mit kleinen Kindern. Man lebt draußen, bewegt sich viel und ist nicht an feste Essenszeiten oder Programme gebunden.
Selbstverständlich ist auch Camping nicht kostenlos: Neben Stellplatzkosten gibt es dann die Personenkosten, aber dabei kosten Kinder weniger und bis zu einem gewissen Altern gar nichts. Spielplätze, Natur, Wiesen und Strände sind inklusive – und genau das ist es, was Kinder ohnehin am liebsten mögen.
Beim Camping entscheidet ihr selbst, wofür ihr Geld ausgebt. Ob ihr jeden Tag essen geht oder selbst kocht. Ob ihr einen großen Platz mit Animation wählt oder einen kleinen, ruhigen Platz in der Natur. Diese Flexibilität macht Camping zu einer hervorragenden Basis für Reisen low-budget mit Kindern.
Der größte Sparhebel: Reisen in der Nebensaison
Wenn ich nur einen einzigen Spartipp weitergeben dürfte, dann wäre es dieser: Reist in der Nebensaison.
Camping außerhalb der Ferien ist nicht nur günstiger, sondern auch deutlich entspannter. Die Preise auf vielen Campingplätzen sinken massiv, manchmal um die Hälfte oder sogar mehr. Gleichzeitig sind die Plätze leerer, die Sanitäranlagen sauberer und die Atmosphäre ruhiger – was mit kleinen Kindern Gold wert ist.
Gerade der Mai, Juni und der September eignen sich perfekt für Familien. Das Wetter ist oft stabil, es ist nicht zu heiß, und Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, profitieren enorm davon, nicht an die Ferien gebunden zu sein.
Wer Reisen low-budget ernst meint, kommt an der Nebensaison kaum vorbei.
Mein Extra-Tipp: Die ACSI-Card. Mit dieser erhalten ihr auf den Campingplätzen, die im Verbund sind, deutliche Vergünstigungen. Bei unserem Trip auf Korsika haben wir nur ACSI-Campingplätze genutzt und konnte die Reise damit deutlich billiger machen.
Wer jedoch Kinder im schulpflichtigen Alter hat, für den ist dieser Luxus vorbei. Hier lohnt es sich, zu schauen, wann in euerem Bundesland Schulferien sind und Zeiten zu nutzen, die sich mit möglichst wenig anderen überschneiden. Ansonsten gilt es früh zu buchen, um die besten Angebote nutzen zu können. Lies hierzu gerne meinen ausführlichen Artikel, wie man Campingurlaub mit Kindern in den Schulferien planen kann.
Günstige Campingplätze finden
Nicht jeder Campingplatz ist automatisch teuer, auch wenn es auf den ersten Blick manchmal so wirkt. Der Trick liegt darin, bewusst auszuwählen und nicht automatisch den größten oder bekanntesten Platz zu buchen.
Viele wirklich günstige Campingplätze sind kleiner, familiengeführt und verzichten auf teure Extras wie riesige Poollandschaften oder Animation rund um die Uhr. Für Kinder ist das oft kein Nachteil – im Gegenteil. Ein Bach, ein Waldstück oder ein großer Spielplatz reichen meist völlig aus.
Es lohnt sich, ein wenig abseits von absoluten Hotspots zu suchen und auch regionale Campingführer oder Stellplatz-Apps zu nutzen. Gerade einfache Plätze bieten oft genau das, was Familien brauchen – zu fairen Preisen.
Generell lohnt es sich auch, sein Reiseziel gut zu wählen. Am günstigesten ist es sicherlich im eigenen Land, denn ihr spart schon mal Spritkosten für lange Anreisen.
Im Ausland gibt es deutliche Unterschiede. Günstige Alternativen zu Kroatien sind z.B. Montenegro und Albanien.
In Frankreich gibt es die städtischen Campingplätze (Camping municipale), die sich durch Einfachheit, aber auch günstige Preise auszeichnen.
Wir haben sehr gute Erfahrungen in Polen gemacht. Wie günstig unser Urlaub dort wirklich war, kannst du in meinem Artikel über unseren Roadtrip in Polen nachlesen.
Quellen, um günstige Campingplätze zu finden:
https://www.easymapmaker.com/map/Einfach-Camping (Dazu gibt es auch eine Facebook-Gruppe)
Keine klassischen Campingplätze, sondern Stellplätze auf Bauernhöfen und Privatgrundstücken findest du auf diesen Seiten:
Kostenlose und sehr günstige Stellplätze gezielt nutzen
Gerade für kurze Aufenthalte oder Zwischenstopps müsst ihr nicht immer auf einen klassischen Campingplatz fahren. Wohnmobilstellplätze, kommunale Stellflächen oder einfache Naturplätze sind oft deutlich günstiger – manchmal sogar kostenlos.
Wer solche Stellplätze clever einplant, senkt die Gesamtkosten spürbar und kommt dem Ziel Reisen low-budget schnell näher.
Mit kleinen Kindern eignen sich solche Plätze besonders gut für ein oder zwei Nächte. Wichtig ist dabei, vorher kurz zu prüfen, ob Übernachten erlaubt ist und ob die Umgebung passt. Für längere Aufenthalte fehlt manchmal Komfort, aber für kurze Etappen sind sie ein echter Budget-Booster.
Besonders gut geht das natürlich in Ländern, in denen Wildcampen erlaubt bzw. offiziell geduldet ist, z.B. Schweden, Polen, Baltikum.

Essen im Urlaub: Hier entscheidet sich das Budget
Essen ist einer der größten Kostenfaktoren im Urlaub – vor allem mit Kindern. Ein Restaurantbesuch hier, ein Eis dort, ein Snack zwischendurch, und plötzlich ist das Tagesbudget gesprengt.
Camping bietet hier einen unschlagbaren Vorteil: Selbstversorgung.
Ohne großen Aufwand lässt sich im Campingalltag viel Geld sparen. Frühstück und Abendessen selbst zuzubereiten reicht oft schon aus, um die Kosten drastisch zu senken. Mittags darf es dann etwas Kleines sein oder ein Snack unterwegs.
Wir halten es beim Campen bewusst einfach. Keine aufwendigen Gerichte, kein Stress – dafür entspannte Mahlzeiten und Kinder, die mithelfen dürfen.
Nehmt ruhig einige Lebensmittel von daheim schon mit, so dass ein Grundstock vorhanden ist. Gerade im Ausland lässt sich dann das Lebensmittelbudget besser kontrollieren. Und wessen Kinder dann eventuell auch ein wenig “picky” sind, vermeidet dann eher auch mal, dass Essen im Müll landet, weil es unbekannt ist und nicht schmeckt.
Wenn ihr Hilfestellung zum Thema Kochen beim Camping sucht, schaut in mein 0 € E-Book zur Campingküche. Darin findet ihr die besten Tipps zur Ausstattung einer Campingküche und eine Grundausstattung an Lebensmitteln, mit denen sich einfache, familienfreundliche Rezepten leicht umsetzen lassen.
Selbst kochen und Mahlzeiten planen ist einer der wichtigsten Bausteine für günstiges Camping mit Kindern.
Familienrabatte und Campingcards nutzen
Viele Campingplätze kommen Familien preislich entgegen – man muss es nur wissen. Kinder übernachten oft kostenlos oder stark vergünstigt, besonders in der Nebensaison. Dazu kommen Familientarife, Gästekarten oder Rabatte für Ausflüge in der Umgebung.
Diese Vorteile sind leider nicht immer sofort sichtbar. Ein Blick ins Kleingedruckte oder eine kurze Nachfrage per Mail kann sich lohnen. Oft lassen sich so noch ein paar Euro sparen, die man lieber für einen Ausflug oder ein Eis investiert.
Mit einer Campingcard kann man oft Geld sparen, da man in der Nebensaison Rabatte bei Campingplätzen bekommt. Neben der schon erwähnten ACSI-Card sind die bekanntesten die ADAC-Campingkarte und die Camping Card International (CCI).
Campingausrüstung: Weniger kaufen, klüger packen
Ein typischer Fehler bei Camping-Anfängern ist es, vor dem ersten Urlaub alles neu zu kaufen. Dabei stellt man erst unterwegs fest, was man wirklich braucht – und was nicht.
Gerade mit Kindern ändern sich Bedürfnisse schnell. Deshalb lohnt es sich, am Anfang zu leihen, gebraucht zu kaufen oder bewusst minimalistisch zu starten. Eine Grundausstattung reicht völlig aus, der Rest darf mit der Erfahrung wachsen.
Weniger Ausrüstung bedeutet nicht nur weniger Kosten, sondern auch weniger Stress – und das ist unbezahlbar.
Wir campen mit unserem VW Bus, der auch unser Alltagsauto ist. Somit haben wir schon mal die Kosten für ein extra Camping-Gefährt gespart. Und auch normalen PKWs lassen sich mit ein paar Tricks zu einem Camper umwandeln. Welche Produkte wir nutzen, um unseren VW T4 in einen VW Camper zu verwandeln, habe ich hier schon mal aufgeschrieben.
Überlegt auch, was ihr einpackt. Zum einen ist es angenehm, nicht zu viele Klamotten dabei zu haben, zum anderen ist Waschen auf Campingplätzen oft sehr teuer. Wenn ihr aufs Budget achten wollt, packt lieber genug Kleidung ein und nutzt für Kleinteile die Handwäsche. Wenn dann doch mal in einer Maschine gewaschen werden soll, nutzt Waschsalons außerhalb von Campingplätzen. Gerade bei längeren Aufenthalten spart das überraschend viel Geld.
Auf einigen Campingplätzen (leider werden es immer weniger) kann man Stellplätze auch ohne Strom buchen. Wenn ihr also ein bis zwei Solarpanels dabei habt, könnt ihr diese nutzen, um euren Kühlschrank etc. am Laufen zu halten. Die Stellplatzgebühren verringern sich dadurch erheblich.

Die Anreise clever planen
Die Anreise ist ein Kostenpunkt, der beim Planen gern unterschätzt wird. Dabei lässt sich gerade hier beim Reisen low-budget überraschend viel sparen. Wer flexibel startet, vermeidet teure Hauptreisezeiten. Freitags und samstags sind Straßen voll, der Spritverbrauch höher und die Nerven oft schneller am Limit. Eine Anreise unter der Woche oder früh morgens ist meist entspannter und günstiger zugleich. Da lohnt sich, den Campingplatz nicht Samstag bis Samstag zu buchen, sondern eine Anreise unter der Woche zu planen.
Auch die Strecke selbst spielt eine Rolle. Autobahnen sind schnell, aber nicht immer sparsam. Wer Mautstrecken meidet, spart bares Geld und entdeckt nebenbei schöne Pausenorte. Gerade mit Kindern lohnt es sich, die Fahrt bewusst in Etappen zu planen. Eine günstige Zwischenübernachtung auf einem Stellplatz oder kleinen Campingplatz ist oft billiger als eine lange, stressige Fahrt in einem Rutsch – und alle kommen entspannter an.
Beim Thema Sprit hilft es, nicht erst kurz vor der Abfahrt zu tanken, sondern Preise im Blick zu behalten und bewusst günstige Tankstellen – vor allem abseits der Autobahn – anzusteuern. Zusätzlich kann man Gewicht sparen: Weniger unnötige Ausrüstung bedeutet weniger Verbrauch. Kleine Dinge, große Wirkung – und am Ende bleibt mehr Budget für den eigentlichen Urlaub.
Fazit: Reisen low-budget mit Kindern ist machbar
Reisen low-budget bedeutet nicht Verzicht, sondern kluge Entscheidungen. Camping ist heute vielleicht nicht mehr der absolute Billigurlaub, aber es ist immer noch eine der besten Möglichkeiten für günstigen Familienurlaub. Wer flexibel reist, bewusst auswählt, selbst kocht und sich nicht von unnötigem Luxus verleiten lässt, kann auch mit Kindern sehr entspannt und preiswert unterwegs sein.
Und denkt daran: Je perfekter der Urlaub sein soll, desto teurer wird er.
Camping lebt davon, dass: nicht alles planbar ist, nicht alles gekauft werden muss und die einfachen Dinge zählen.
Wer das akzeptiert, spart Geld – und hat oft den entspannteren Urlaub. Genau das macht Reisen low budget mit Kindern langfristig möglich.
Reisen low budget mit Kindern – alle Spartipps auf einen Blick
- Nebensaison nutzen: Außerhalb der Ferien reisen spart oft die Hälfte der Kosten und ist deutlich entspannter.
- Günstige Campingplätze wählen: Kleine, einfache Plätze ohne Luxus sind meist familienfreundlicher und preiswerter.
- Große Campinganlagen meiden: Weniger Animation und Ausstattung bedeutet oft deutlich günstigere Preise.
- Kostenlose & günstige Stellplätze einplanen: Ideal für Zwischenstopps oder kurze Aufenthalte.
- Reisen in Etappen: Mehrere kurze Stopps sind oft günstiger und stressfreier als eine lange Anreise.
- Anreise clever planen: Unter der Woche fahren, Maut vermeiden und Spritpreise vergleichen.
- Selbstversorgung statt Restaurant: Frühstück und Abendessen selbst zubereiten spart richtig Geld.
- Campingküche einfach halten: Wenige, bewährte Gerichte statt aufwendigem Kochen.
- Familienrabatte nutzen: Kinderpreise, Gratis-Übernachtungen und Gästekarten aktiv suchen.
- Campingausrüstung minimalistisch wählen: Leihen, gebraucht kaufen und nur das Nötigste mitnehmen.
- Strom bewusst nutzen: Weniger Verbrauch oder stromfreie Plätze senken Zusatzkosten.
- Waschmaschinen vermeiden: Handwäsche oder Waschsalons außerhalb der Campingplätze nutzen.
- Spielzeug tauschen statt kaufen: Spart Geld und sorgt trotzdem für Abwechslung bei Kindern.
- Kinderangebote gezielt nutzen: Kostenlose Angebote reichen oft völlig aus.
- Urlaub bewusst unperfekt lassen: Weniger Erwartungen bedeuten weniger Ausgaben und mehr Entspannung.
- Strategisch planen: Mit klarer Budgetplanung langfristig günstiger reisen.
Hilfreiche Bücher für preisbewusste Campingreisen



