Familienleben Schöner Alltag

Das Urlaubsgefühl im Alltag bewahren

Wir sind auf dem Heimweg von unserer Reise nach Polen. Die Kinder hören ein Hörspiel nach dem anderen, die Autobahn ist frei und wenn alles gut läuft, sind wir heute Nacht zu Hause. 

Wie immer am Ende eines Urlaubs sind meine Gefühle gespalten. Einerseits freue ich mich total auf zu Hause. Endlich wieder das eigene Bad nutzen, endlich wieder unkompliziert kochen und endlich wieder auf den kompletten Kleiderschrank zugreifen. 

Andererseits beginnt dann auch wieder der Alltag. Weckerklingeln, Kindern zur Schule und Kita treiben und sich um Dinge wie Arzttermine und Versicherungen kümmern. 

Ich habe mich während der letzten Tage gefragt, wie ich zumindest einen Teil des Urlaubsgefühl in den Alltag mitnehmen kann. Als Erinnerung für mich und als Inspiration für euch möchte ich das aufschreiben. 

Weniger Termine – mehr Zeit fürs Nichtstun

Im Urlaub gibt wenig Verbindlichkeiten. Vieles kann, wenig muss. Zwar werden auch Ausflüge oder Besichtigungen geplant. Aber ob ich nun um acht Uhr oder Mittags meinen Ausflug beginne, schreibt mir keiner vor. Es liegt ganz in unserer Hand. Und wenn man spontan doch keine Lust hat, verschiebt man es eben oder lässt es ganz sein. Wenn in meinen Kalender in der Urlaubszeit nur ein Eintrag zu lesen ist (nämlich Urlaub :-)), dann ist das ein Gefühl von Freiheit.

Zuhause gibt es durch Schule, Arbeit, Arzttermine und Freizeitaktivitäten viele feste Termine im Kalender. 

Für ein bisschen Urlaubsfeeling hilft es, Nachmittage einzuplanen, an denen der Kalender leer bleibt und die unendliche To-Do-Liste ignoriert wird. Zeit, um sich treiben zu lassen. Statt Bad putzen mit den Kindern ein Eis essen gehen. Statt Spülmaschine ausräumen ein Buch nach dem anderen zusammen lesen. Statt Spielplatzverabredung die Kindern vor den Fernseher setzen und selbst ein Mittagsschläfchen machen. 

Und das Ganze ohne schlechtes Gewissen. Als Mini-Urlaub vom Alltag einfach geniessen. 

Und am besten auch mal ein ganzes Wochenende ohne Termine haben. Einfach Samstagmorgen aufstehen, frühstücken und dann schauen, worauf man Lust hat. Daheim rumgammeln ist genau so erlaubt wie ein Ausflug oder sogar ein Wochenend-Trip mit Übernachtung. Und Sonntag Abend kann man sich freuen, den Kopf wieder frei zu haben für die neue Woche.   

Besitz reduzieren

Im Urlaub nutzt man nur einen kleinen Teil seiner Kleidungsstücke. Die Kindern haben nur eine begrenzte Auswahl an Spielsachen und oft auch einfach gar keine dabei. Von der Küchenausstattung ganz zu schweigen – da kommt man gerade im Camper mit einem Bruchteil dessen aus, was man daheim hat. 

Und die erste Konsequenz von weniger Zeug? Man muss sich um weniger kümmern. Sicher freue ich mich nach dem Urlaub, wenn ich wieder ein bisschen mehr Auswahl am Kleiderschrank habe oder auch mal wieder einen Kuchen backen kann, was auf dem Campingplatz mangels Backofen nicht möglich ist. 

Aber man merkt im Urlaub, mit wie wenig man eigentlich auskommt. Deswegen auch daheim mal kritisch schauen, an welchen Stellen man seinen Besitz reduzieren kann. Und vor allem weniger neues anschaffen. Weniger Kram = weniger Kümmern = mehr Zeit fürs Nichtstun. 

Im Urlaub leben wir mit dem, was in diesen Bus passt. Reicht. (Meistens zumindest :-))

Raus in die Natur

Gerade beim Campingurlaub ist man quasi immer draußen. Und es gibt doch nichts schöneres als Morgens beim ersten Kaffee dem Vogelgezwitscher zu lauschen. Die Natur stellt keine Forderungen und Ansprüche, sondern lädt ein, zur Ruhe zu kommen und abzuschalten.

Deswegen sollte es auch im Alltag so oft wie möglich raus in die Natur gehen. Vielleicht reicht ja morgens die Zeit vor der Arbeit, den ersten Kaffee draußen oder zumindest am offenen Fenster zu trinken. Oder man unternimmt in der Mittagspause einen kurzen Spaziergang.

Und spätestens am Wochenende ist die Zeit für einen längeren Ausflug in den Wald oder an einem See gekommen. 

Und wenn es mit dem Rausgehen mal gar nicht klappt, bringt ein schöner Blumenstrauß die Natur ins Haus.  

Solche Orte sind Balsam für die Seele.

Neues in der Heimat entdecken

Zugegeben: während der Lockdowns in den vergangen eineinhalb Jahren hatten wir alle viel Gelegenheit, die Region unseres Zuhauses gut kennenzulernen. 

Und jeder hat festgestellt, welche schönen Ecken seine Heimat zu bieten hat. Warum also diese neu entdeckten Ecken nicht mal wieder besuchen? Oder schauen, was man noch nicht entdeckt hat.

Eine Möglichkeit ist, einfach mal losfahren und schauen, wo man rauskommt. Es müssen nicht immer die bekannten Touristenattraktionen sein. Auch auf den ersten Blick wenig spektakuläre Zielen bieten schöne Ausblicke, wilde Wälder oder einen schönen Wanderweg. Es geht darum, unbekannte Wege zu gehen und dabei unerwartetes zu erleben – wie man das im Urlaub auch macht.

Wir haben mal einen Spaziergang in einem Walddreieck zwischen einer Autobahn und zwei Landstraßen gemacht. Auf den ersten Blick ein uninteressanter Waldabschnitt. Aber wir erzählen noch heute davon, weil wir plötzlich auf einen so  schönen Weg entlang eines kleinen Baches gekommen sind. Es war total überraschend und spannend, das zu entdecken. 

Toll, wenn man unerwartet einen schönen Weg entdeckt.

Weniger Nachrichten und Social Media konsumieren

Es bringt nichts, sich vor der Welt zu verschließen. Wir leben in einer Gemeinschaft und sollten uns daran beteiligen, diese positiv zu gestalten. Dazu muss man informiert sein, was in der Welt vorgeht.

Doch für das eigene psychische Wohlbefinden ist es förderlich, nicht jede Nachricht an sich ran zu lassen. Und vor allem sich nicht permanent damit zu beschallen. Das Große und Ganze kann man auch begreifen, wenn man nicht ununterbrochen Nachrichten konsumiert. Das ständige Konsumieren von Nachrichten lässt angesichts der vorwiegend negativen Schlagzeilen den Weltschmerz größer werden und raubt Energie und Lebensfreude für die eigenen Belange.

Meiner Meinung nach ist es besser, sich mit Dingen beschäftigen, die die persönliche Entwicklung fördern, das Zusammenleben mit Familie und Freunden bereichern oder der Erholung dienen. 

Auch eine Reduzierung von Social Media kann der Erholung dienen. Instagram ist nicht nur Inspiration und Austausch, sondern führt auch oft zu einem Vergleich. So kann man sich weniger am eigenen Leben erfreuen, wenn man sieht, was andere gerade Tolles machen und erleben. Deswegen einfach mal Handy aus und sich auf das eigene Leben konzentrieren!  

Das ist persönlich meine größte Baustelle. Es fällt mir wahnsinnig schwer, das Handy mal länger aus der Hand zu legen. Etwas, voran ich definitiv arbeiten will!

Urlaubsfotos aufhängen

Die schönsten Fotos aus dem letzten Urlaub am Schreibtisch oder über dem Esstisch lassen die Gedanken daran immer wieder lebendig werden. Oder wie wäre ein Foto vom letzten Besuch am Meer im Badezimmer? Dann lässt es sich in der Badewanne  doch direkt doppelt gut von Meer und Stand träumen. 

Entweder fasst man die besten Bilder zu einer Collage zusammen oder druckt sein Lieblingsbild in Übergröße aus. So bleibt der Urlaub immer präsent und man kann in Erinnerungen schwelgen. 

Unser Bild-Collage von Korsika im Instagram-Feed-Stil.

Den nächsten Urlaub planen

Könntest du auch immer direkt wieder los? Wenn ich beim Heimkommen weiß, dass der nächste Urlaub schon bald wieder ansteht, kann ich den Alltag genießen, weil ich weiß, dass es schon bald wieder Abwechslung gibt. 

Und dann kann man sich mit Planung und Vorbereitungen auf die Reise beschäftigen. Für mich ist das schon ein fester Teil des Urlaubs. 

Uns fallen bei jedem Campingtrip neue Verbesserungen für den Bus ein, die wir daheim dann umsetzen. So steigert man direkt die Vorfreude auf den nächsten Trip.  

Ich hoffe, da war der ein oder andere Tipp für dich dabei, um dein Urlaubsgefühl auch im Alltag bewahren zu können. Wenn du noch Ergänzungen hast, freue ich mich über Kommentare.

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